Stellungnahme des Vorsitzenden der IEUS zum Terror in Beirut und Paris

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Zieht die eigentlichen Hintermänner und Strippenzieher dieser terroristischen Bewegungen zur Verantwortung.

Ayatollah Dr. Reza Ramezani

Als Vorsitzender der Islamisch-Europäischen Union der Schia-Gelehrten und Theologen verurteile ich entschieden die schrecklichen Anschläge in Paris mit über 130 Toten und in Beirut tags zuvor mit über 200 Toten und Verletzten.

Leider sind einige Personen in organisierten Gruppierungen wie dem IS bestrebt unter dem Deckmantel der Religion Zwietracht und Feindschaft zu schüren und im eigentlichen Sinne die Religion an und für sich zu zerstören. Sie sind bestrebt ein Bild voller Gewalt und Angst von einer Religion zu zeichnen, die auf Basis der umfassenden Gnade Gottes seinem Propheten Muhammad offenbart wurde, der selbst die Gnade für die Welten ist. Ohne Zweifel sind die beschämenden Verbrechen dieser Gruppierungen mit keinem einzigen göttlichen und menschlichen Gesetz vereinbar und auf Basis der Vernunft und der heiligen Scharia des Islam definitiv verboten.

Der entscheidende Punkt bei solchen Ereignissen ist aber, dass es nicht hinreichend ist lediglich Beileidsbekundungen zum Ausdruck zu bringen, da diese allein nicht zur Unterbindung solcher Verbrechen beitragen. Man muss von den internationalen Tribunalen und Machtzentren entschieden einfordern, dass sie gegen den Terror und den Terrorismus vorgehen sollen und die eigentlichen Hintermänner und Strippenzieher dieser terroristischen Bewegungen zur Verantwortung ziehen. Auf kurz oder lang muss aufgedeckt werden, woher diese enorme Menge an Waffen stammt und mit welchen Mitteln sie beschafft und den Terroristen bereitwillig zur Verfügung gestellt werden. Die internationalen Organisationen müssen entschlossen und ohne bloße Lippenbekenntnisse gegen diese terroristischen Bewegungen vorgehen.

Es müssen aber auch einige Medien an den Pranger gestellt werden. Sie berichten nicht wahrheitsgemäß über die Ereignisse und versuchen durch perfide Methoden die Menschen gegeneinander aufzuhetzen und die öffentliche Ordnung ins Chaos zu stürzen. Auf der anderen Seite boykottieren sie unter Wahrung imperialistischer Interessen die Berichterstattung ähnlicher Verbrechen in anderen Regionen der Welt, obwohl die Menschen das Recht darauf haben darüber wahrheitsgemäß informiert zu werden.

Wir lehnen diejenigen, die im Namen der Religion Angst und Schrecken verbreiten, entschieden ab und unterstreichen, dass unter keinen Umständen Krieg und Gewalt unter den Menschen herrschen darf. Der Mensch ist das anvertraute Geschöpf Gottes in dieser Welt. In diesem Lichte muss seine Würde in jeglicher Hinsicht geschützt werden. Und so spricht der heilige Qur’an, dass wenn einem Menschen das Leben gerettet wird, allen Menschen Leben gegeben wurde und wenn ein Mensch getötet wird, dies der Tötung aller Menschen entspricht.

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Über den Autor

Ayatollah Dr. Reza Ramezani

Ayatollah Dr. Reza Ramezani wurde 1963 in der nordiranischen Stadt Rascht geboren, wo er auch seine reguläre Schulausbildung mit dem Abitur abschloss. Parallel dazu besuchte er aufgrund seines ausgeprägten Interesses an theologischen Fragestellungen den Unterricht von renommierten Theologen und Rechtsgelehrten an der dortigen Islamisch-Theologischen Hochschule. 1983 setzte er seine Studien der Islamischen Wissenschaften in Maschhad bei großen Gelehrten und dem bekannten Philosophen Aschtiani fort und schloss das Hauptstudium erfolgreich ab. Die islamische Rechtswissenschaft studierte er u.a. bei Ayatollah Fazel Lankarani, Ayatollah Bahjat, Ayatollah Naser Makarem Shirazi, Ayatollah Khorasani und Ayatollah Sobhani. In den Bereichen Exegese, Philosophie und Gnostik zählten u.a. Ayatollah Javadi Amoli und Ayatollah Hassanzadeh Amoli zu seinen Lehrern. 1994 schloss er seine Studien zum Theologen und Rechtsgelehrten mit der Promotion ab. Gleichzeitig lehrte Ayatollah Dr. Ramezani von 1982-2001 u.a. Literatur, Logik, Exegese, Philosophie, Recht, Ethik und Gnosis an verschiedenen Hochschulen in Rascht, Maschhad und Qum. In den Jahren 2001-2005 war er der Freitags-Imam in Karadsch. Darüber hinaus fungierte Ayatollah Dr. Ramezani als Experte für Ethik und Bildung im Rundfunksender "Ma‘arif" und als Mitglied der Arbeitsgruppe für Theologie und Philosophie der Qur‘an-Enzyklopädie. Fünf Jahre lang beaufsichtigte er die Prüfung von Lehrbüchern der Islamisch-Theologischen Hochschule in Qum. Er ist Gründer und Vorstandsvorsitzender des Instituts für Religion und Ethik in Qum. Im Jahre 2006 übernahm er ferner die Leitung des Islamischen Zentrums Imam Ali in Wien. Er betreute eine Vielzahl von wissenschaftlichen Abhandlungen und Dissertationen. Seit April 2009 ist er Imam und Leiter des Islamischen Zentrums Hamburg. Zudem ist Ayatollah Dr. Ramezani Mitglied in der Expertenverammlung in der Islamischen Republik Iran.

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