Flüchtlinge: Heftige Kritik am Vorsitzenden des Zentralrats der Juden

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In einem Interview mit der dem Axel-Springer-Konzern zugehörigen Zeitung “Die Welt” sprach sich der amtierende Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland für eine Deckelung der von Krieg und Terror flüchtenden Menschen aus. “Viele Flüchtlinge […] entstammen Kulturen, in denen der Hass auf Juden und die Intoleranz ein fester Bestandteil ist”, so Josef Schuster. Dabei sieht er Judenhass und Intoleranz anscheinend ethnisch begründet, welches er durch eine im Konjunktiv geäußerte Aussage zum Ausdruck gebracht haben könnte: “Wenn ich mir die Orte und Länder in Europa anschaue, in denen es die größten Probleme gibt, könnte man zu dem Schluss kommen, hier handele es sich nicht um ein religiöses Problem, sondern um ein ethnisches.”

Das Leo-Baeck-Haus in der Berliner Tucholskystraße: Sitz des Zentralrates der Juden in Deutschland seit 1999.

Das Leo-Baeck-Haus in der Berliner Tucholskystraße: Sitz des Zentralrates der Juden in Deutschland seit 1999.

Für seine umstrittenen Aussagen geriet Schuster in den letzten Tagen in die Kritik. So wies die Hilfsorganisation Pro Asyl die Äußerungen des Vorsitzenden des Zentralrats der Juden zurück. “Es ist befremdlich, wenn die CSU und der Zentralrat der Juden de facto fordern, die Europäische Menschenrechtskonvention außer Kraft zu setzen”, so ihr Geschäftsführer Günter Burkhardt. Auch politische Analysten kritisierten Schuster scharf. Sie werfen ihm vor mit seinen Äußerungen populistische Hetze gegen mehrheitlich muslimische Flüchtlinge zu betreiben. Auch prangerten sie an, dass er Judenhass und Intoleranz als genetische Veranlagung in der Ethnie vieler Flüchtlinge in der Möglichkeitsform ausdrückte. Dies könne selbst als Anzeichen für einen verdeckten Rassismus und Antisemitismus beim amtierenden Zentralratsvorsitzenden der Juden gewertet werden.

Ein Großteil der Flüchtlinge sind arabischer Herkunft, die neben den Juden ebenfalls als Semiten gelten.

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